Geröstete Esskastanien
Pflanzliche Rezeptideen
31.07.2019

Maronen und Esskastanien

Das Brot des kleinen Mannes

Früher war die Marone, Edel- oder Esskastanie ein wichtiges Grundnahrungsmittel der armen Bevölkerung. Neben Brot und Kartoffeln wurde die Schalenfrucht vor allem deshalb gegessen, weil sie schnell satt macht. Heute sind Maronen wieder total in – und lecker sind sie gestern wie heute sowieso.

Früher war die Marone, Edel- oder Esskastanie ein wichtiges Grundnahrungsmittel der armen Bevölkerung. Neben Brot und Kartoffeln wurde die Schalenfrucht vor allem deshalb gegessen, weil sie schnell satt macht.

Heute erlebt die Nussfrucht eine kleine Renaissance. Die Delikatesse findet man auf jeden Weihnachtsmarkt: egal ob gekocht oder geröstet! Man isst sie wieder gern.

Die Esskastanie ist eine wahre Vitaminbombe. Sie enthält fast so viel Vitamin C wie eine Orange. Maroni sind außerdem reich an Vitamin B, was die Nerven anregt und die Bildung des Glückshormons Serotonin fördert. 100 Gramm Maronen enthalten 200 kcal und stecken voller Mineralstoffe, wie Eisen und Kalium, und vieler wertvoller Spurenelemente.

ESSKASTANIEN IN DEUTSCHLAND

Die Esskastanie wächst an einem sommergrünen Baum, der offizieller Baum des Jahres 2018 ist. Heimisch ist sie in Deutschland schon seit Römerzeiten, römische Siedler hatten sie damals im Gepäck. Der Grund: Man brauchte das strapazierfähige Kastanienholz für den Weinbau, der zur gleichen Zeit aus Italien importiert wurde.

Die Esskastanie findet man in Deutschland meist in lichten Laubwäldern. Der Baum liebt mildes Klima und fühlt sich am wohlsten dort, wo auch Wein angebaut wird. Und so kam es, dass die Pfalz als bekanntes Weingebiet auch das größte deutsche Verbreitungsgebiet des Baumes und seiner Früchte ist. Zu Ehren der „Keschde“ gibt es hier im Oktober und November Kastanienmärkte, kulinarische Kastanienführungen, Rezeptsammlungen und sogar einen 60 km langen Wanderweg, den Keschdeweg.

In Norddeutschland findet man sehr selten Kastanienbäume.

Esskastanien mit Schale

NÜTZLICHE TIPPS FÜR DIE VERKOSTUNG VON MARONEN

Von Suppe über Püree bis zu Pralinen und Schnaps: Die kulinarischen Talente der Maronen oder Esskastanien sind enorm. Doch zuerst gilt es, die ledrigen Schalen loszuwerden:

Tipps

  • Hat man Kastanien gesammelt, kann man sie noch ein paar Tage kühl und trocken liegen lassen. Dadurch intensiviert sich ihr süßes Aroma.
  • Frische Früchte etwa eine Minute in kochendes Wasser tauchen, dann lässt sich die Schale leichter einritzen.
  • Die Schale der braunen Früchte auf der gewölbten Seite kreuzförmig einritzen.
  • Bei 180 oder 200 Grad auf einem Blech in den Backofen legen. Die Zubereitungsdauer ist abhängig von der Größe der Nussfrüchte: 15 bis 20 Minuten.
  • Alternativ: Wie Kartoffeln in leicht gesalzenem Wasser ca. 20 Minuten weich kochen.
  • Wer nicht selber sammelt: Im Oktober und November sind frische Früchte im Handel erhältlich, bereits vorgekocht bekommt man sie das ganze Jahr über.

 

MARONEN-REZEPTE: LECKERE IDEEN FÜR JEDEN GESCHMACK

 

Rund um die Esskastanien und Maronen gibt es zahlreiche Zubereitungsideen und viele Rezepte nutzen das stärkehaltige Naturprodukt als Basis.

Das traditionelle Gericht „Gedämpfte Kastanien“ geht auf die Benediktinerin Hildegard von Bingen zurück. In der Hildegardmedizin wird die Esskastanie dazu verwendet, Milz, Herz, Nerven und Venen zu stärken.

Für die Zubereitung brauchst du:

  • 500 g Maronen oder Esskastanien
  • 1 EL Margarine
  • 1 EL Zucker und
  • 250 ml Gemüsebrühe

Die Kastanien kurz in heißem Wasser brühen und danach schälen. In einem breiten Topf Fett heiß werden lassen und Zucker dazugeben. Sobald er leicht braun ist, die Kastanien und die Brühe beimischen. Etwa 15 min. weich dämpfen lassen. Die Kastanien dürfen nicht zerfallen. Man kann sie zu Rosenkohl oder Rotkraut servieren.

Ein weiteres interessantes Rezept ist die Pfälzer Keschde-Linse-Supp'. Dafür brauchst du:

  • 1 EL Rapsöl
  • 150 g geschälte Kastanien
  • 150 g rote Linsen
  • 2 TL Curry
  • 2 TL Kurkuma
  • 1,2 Liter Gemüsebrühe
  • 80 g Simply V Streichgenuss Natur
  • Salz und gehackte Petersilie.

Das Öl auf mittlerer Stufe erhitzen, Kastanien und Linsen darin anschwitzen. Gewürze darüber streuen, mit der Brühe ablöschen, aufkochen und 20 Minuten köcheln lassen. Danach die Suppe pürieren, Simply V Streichgenuss Natur unterheben. Mit Salz abschmecken und Petersilie darüber streuen.

Auch als leckeres Dessert können die Nussfrüchte super dienen. Egal ob als herbstliches Strudel, vegane Maronencreme oder leckeres Eis, uns läuft schon bei dem Gedanken das Wasser im Mund zusammen.

 


 

Hint

MARONE ODER KASTANIE: WAS IST DER UNTERSCHIED?

Maronen und Esskastanien sind keinesfalls das gleiche, sondern zwei verschiedene Arten der Edelkastanie (Castanea sativa), übrigens ein Buchengewächs. Ursprünglich ist die meist etwas größere Marone eine gezüchtete Form der Esskastanie. Das süße, nussige Aroma kommt bei Maronen stärker zum Ausdruck als bei Esskastanien, die eine rundere Form haben und kleiner sind; dieses Jahr besonders wegen des ausgebliebenen Regens.

Überhaupt nicht verwandt sind die beiden stachligen Geschwister mit der Rosskastanie, ein Seifenbaumgewächs, das erst im 16. Jahrhundert aus Südeuropa zu uns kam. Die prächtigen, bis zu 30 Meter hohen Bäume sind dank ihrer großen Blätter gute Schattenspender, zum Beispiel für den Biergarten, die üppigen Blüten eine nahrhafte Bienenweide. Die Frucht der Rosskastanie ist ungenießbar und sogar leicht giftig. Allerdings sind Blätter, Blüten und Früchte bei Husten und Würmern für Pferde heilsam – daher auch der Name Rosskastanie.

FAQ: WICHTIGE FRAGEN ÜBER ESSKASTANIEN, MARONEN & CO

Welche Kastanie kann man essen?

Nur die Früchte des Esskastanienbaums sind für Menschen essbar. Die Kastanien der Rosskastanie sind leicht giftig uns eigenen sich somit nicht zum Verzehr für Menschen.

Was passiert wenn man Maronen roh isst?

Grundsätzlich kann man sowohl Esskastanien als auch Maronen roh essen. Allerdings sollte man die Schale vorher abnehmen. Es ist aber nicht ratsam, eine große Menge davon zu verzehren, weil diese in rohem Zustand Magen-Darm-Beschwerden verursachen können.

Wie viel Maronen darf man essen?

Da 100 Gramm Maronen etwa 200 Kalorien enthalten, sollten diese lieber als eine Hauptmahlzeit genossen werden und nicht als ein Snack für zwischendurch.

Wie unterscheide ich Esskastanien von Rosskastanien?

Die Früchte der Rosskastanie ist kugelförmig und der Esskastanien eher herzförmig. Die Hülle der Esskastanie hat eher weiche und dichte Stacheln, hingegen die der Rosskastanie sind ziemlich hart. Unterschiede gibt es auch bei Blüten und Blättern. Die Blätter der Rosskastanie sind mehrgliedrig und erinnern an eine Hand und die der Esskastanie sind gezackt und hängen einzeln an den Ästen.

BUCHTIPP

Franz Schmidt: Die keusche Frucht – Kastaniengeschichten und Kastanienrezepte. Der Autor macht Lust auf eine Frucht, die bereits eine große Tradition hat und die heute in der gehobenen Küche durchaus einen Platz verdient. Ab 8,90 Euro auf Amazon erhältlich.

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